Wo gewittert es gerade in Deutschland?

Live-Gewitterradar · Zellen mit Zugbahn, Hagel & Tornado-Frühwarnung · alle 5 Min neu · werbefrei

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6-stufige Blau-Palette für hohen Kontrast bei Blitzen und Gewitterzellen.
Wetteranalyse (Niederschlagsart)
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Schnee mäßig
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Hagel
Gewitter

Gewitterradar Deutschland — wo gewittert es gerade?

Verfolgen Sie Gewitterzellen in Deutschland live — mit Zugbahn, Intensität und möglicher Rotation. Das System erkennt starke Gewitter, Superzellen und potenzielle Tornado-Vorboten frühzeitig und zeigt deren Entwicklung direkt auf der Karte. Aktive Zellen erscheinen als farbige Polygone, ihre prognostizierte Zugbahn als gestrichelte Linie, eine erkannte Rotation als rotierendes Symbol im Inneren der Zelle.

Grundlage sind zwei Verfahren des Deutschen Wetterdienstes: KONRAD3D für die Zell-Erkennung und Verfolgung sowie die Mesozyklonen-Erkennung (MCD), die rotierende Aufwinde im Inneren konvektiver Zellen identifiziert. Beide laufen auf den 17 DWD-Doppler-Radaren und werden alle 5 Minuten neu berechnet — ohne manuelle Eingriffe, ohne Verzögerung.

Neu: Rotations-/Mesozyklonen-Erkennung – die Tornado-Vorboten sichtbar gemacht

Im Inneren mancher Gewitterzellen rotiert die Luft — diese rotierenden Aufwinde heißen Mesozyklonen und sind das wichtigste atmosphärische Signal für eine Superzelle. Aus Mesozyklonen entstehen über 90 % aller signifikanten Tornados und nahezu der gesamte Riesenhagel ab 4 cm. Die Karte zeigt diese Rotation jetzt direkt mit einem rotierenden Spiral-Symbol im Zellkreis, in drei Stufen:

  • Orange — Rotation erkannt: Eine schwache bis moderate Mesozyklone wurde durch das DWD-Radarverbund-Netz nachgewiesen (Severity 1–2). Die Zelle dreht sich, was sie potenziell langlebiger und gefährlicher macht als eine normale Multizelle.
  • Rot — Starke Rotation: Eine deutliche Mesozyklone (DWD-Severity 3) mit hoher Rotationsgeschwindigkeit oder ausgeprägter azimutaler Scherung. Erhöhtes Tornadorisiko, vor allem wenn die Rotation bodennah erkannt wird.
  • Violett — Extreme Rotation: Sehr intensive, tief reichende Mesozyklone (DWD-Severity 4–5). Akute Tornado- und Großhagel-Gefahr. Bei bodennaher Rotation unter 1 km Höhe + hoher Rotationsgeschwindigkeit am Boden zeigt das System aktiv eine Tornado-Warnung im Detailpanel.

Per Klick auf eine rotierende Zelle erscheint im Detailpanel der vollständige Mesozyklonen-Steckbrief: Höhe der Rotationsbasis (je niedriger, desto tornadoträchtiger), bodennahe Rotationsgeschwindigkeit, Wirbeldurchmesser, Anzahl bestätigender Radarstandorte (Multi-Radar-Konfidenz), Persistenz in Minuten sowie Trend (verstärkend/stabil/abschwächend). Damit lässt sich auf einen Blick erkennen, ob es sich um einen kurzen Wirbel oder eine reife, tornadoträchtige Superzelle handelt.

Was die Farben der Zellen bedeuten

Jede aktive Gewitterzelle wird je nach Schweregrad eingefärbt: orange für mäßige Konvektion, rot für starke Aktivität und violett für extreme Zellen mit Hagel- und Sturmpotenzial. Die Einstufung berücksichtigt Reflektivität, vertikale Ausdehnung der Zelle (Echotop), Blitzrate und Veränderungsdynamik. Eine violette Zelle ist nicht zu unterschätzen — hier sind Hagel mit über 2 cm Korngröße, Starkregen über 30 mm in 30 Minuten und Sturmböen über 100 km/h möglich. Wenn zusätzlich ein rotierendes Symbol im Inneren erscheint, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Superzelle — den gefährlichsten Gewittertyp überhaupt.

Zugbahn-Prognose: 60 Minuten in die Zukunft

Die gestrichelte Linie hinter jeder Zelle zeigt ihre vorhergesagte Zugbahn für die nächsten 60 Minuten. Sie wird aus der bisherigen Verlagerung extrapoliert und ist für etablierte, stabile Zellen sehr zuverlässig. Bei jungen oder explosiv wachsenden Zellen kann die tatsächliche Zugbahn abweichen — ein Blick alle 5 Minuten hilft, die Prognose zu aktualisieren. Bei rotierenden Superzellen weicht die Zugrichtung häufig nach rechts (für rechts-bewegte Superzellen) von der mittleren Höhenströmung ab — ein klassisches Merkmal organisierter Konvektion.

Gewitterzellen versus klassisches Radarbild

Ein Niederschlagsradar zeigt, wo es regnet — aber nicht, ob die Zelle aktiv wächst, schwächelt, gerade Hagel abwirft oder gar rotiert. KONRAD3D + MCD füllen diese Lücke: Sie identifizieren die Quelle des starken Niederschlags als 3D-strukturiertes Objekt mit Lebenszyklus, Bewegung, Intensitätsverlauf und innerer Rotation. Während eine Niederschlagszone auf dem Radar einfach als roter Fleck erscheint, sehen Sie hier zusätzlich, ob der Fleck eine sich aufbauende, voll entwickelte oder bereits absterbende Zelle ist — und ob in ihrem Inneren ein Wirbel rotiert. Per Layer-Button rechts oben können Sie zusätzlich Live-Blitze einblenden — die Kombination Niederschlag + Zelle + Rotation + Blitze liefert das vollständigste Sturmbild im deutschsprachigen Web.

Wann ist das Gewitterradar besonders wertvoll?

An Tagen mit hoher Konvektionsneigung — also bei Warmluftvorstößen, schwachem bodennahem Wind und Höhenkaltluft im Hochsommer, aber auch bei Frontdurchgängen mit Squall-Lines — kann das Gewitterradar den Unterschied zwischen rechtzeitiger Reaktion und überraschtem Werden bedeuten. Besonders bei Tornadolagen (Schwüle, hohe CAPE, starke Windscherung) liefert die Mesozyklonen-Erkennung zusätzlich Sekunden bis Minuten Vorwarnzeit, bevor ein Tornado den Boden erreicht. Der Layer aktualisiert sich automatisch alle 5 Minuten. Auch im organisierten Outdoor-Sport, beim Veranstaltungsmanagement, in der Landwirtschaft (Großhagel) und in der Bauwirtschaft hat sich diese Kombination als praktische Entscheidungshilfe etabliert.

Datengrundlage und Methodik

Datengrundlage sind die Volumen-Scans aller 17 operationellen DWD-Doppler-Radare. KONRAD3D analysiert 3D-Reflektivitätsstrukturen und identifiziert konvektive Zellen mit Eigenschaften wie Echotop, VIL (Vertically Integrated Liquid Water), Hagel-Indikatoren und Tracking-Information. Die Mesozyklonen-Erkennung (MCD) arbeitet zusätzlich mit den Doppler-Wind-Daten und sucht nach typischen Rotations-Dipolen — Mustern, die einen rotierenden Aufwind verraten. Eine Mesozyklone gilt nach DWD-Definition als „erkannt", wenn die Rotation einen Durchmesser über 2 km hat und sich über mindestens 3 km Höhe erstreckt. Beide Verfahren werden alle 5 Minuten neu berechnet und durch unser System auf die Zell-Polygone gemappt — ohne manuelle Eingriffe, ohne Verzögerung.

Live-Karten passend zum Gewitterradar

Neben dem Gewitterradar lohnt sich der Blick auf diese spezialisierten Live-Karten:

Häufige Fragen zum Gewitterradar, Mesozyklonen & Tornado-Erkennung

Was ist KONRAD3D genau?

KONRAD3D ist ein Verfahren des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zur Echtzeit-Erkennung und -Verfolgung konvektiver Gewitterzellen. Es analysiert Radarechos in drei Dimensionen und identifiziert aktive, sich aufbauende oder bereits abklingende Zellen.

Was bedeuten orange, rote und violette Zellen?

Orange = mäßige Konvektion, rot = starke Zelle, violett = extreme Aktivität mit Hagel-, Sturm- und Starkregenpotenzial. Die Einstufung berücksichtigt Reflektivität, Echotop-Höhe, Blitzrate und Wachstumsdynamik.

Wie zuverlässig ist die 60-Minuten-Zugbahn?

Bei stabilen, etablierten Zellen sehr verlässlich — häufig auf wenige Kilometer genau. Bei jungen, explosiv wachsenden oder gerade entstehenden Zellen kann die Bahn abweichen, da der Lebenszyklus noch unklar ist. Die 5-Minuten-Updates korrigieren das fortlaufend.

Wie unterscheidet sich KONRAD3D vom normalen Niederschlagsradar?

Das Niederschlagsradar zeigt nur, wo Niederschlag fällt. KONRAD3D identifiziert zusätzlich die Zelle als 3D-Objekt mit Lebenszyklus, Bewegung und Schweregrad — also den Sturm an sich, nicht nur seinen Niederschlagsschatten.

Was zeigt das Detailpanel beim Klick auf eine Zelle?

Schweregrad, Blitzrate (Blitze pro 5 Min), Hagelpotenzial, Starkregen-Risiko, geschätzte maximale Windböen, Echotop-Höhe sowie Zuggeschwindigkeit und -richtung. Damit lässt sich das Gefahrenprofil der Zelle vor Ort einschätzen.

Wie oft aktualisiert sich der KONRAD3D-Layer?

Alle 5 Minuten — synchron mit dem DWD-Radar-Update-Rhythmus. Die Zellpolygone, Schweregrade und Zugbahnen werden bei jedem Update neu berechnet.

Sind Hagel-Indikatoren wirklich verlässlich?

KONRAD3D liefert eine Hagel-Wahrscheinlichkeit, keine Garantie. Bei roten und violetten Zellen ist Hagel statistisch deutlich wahrscheinlicher; bei orangen Zellen kann er ebenfalls auftreten, ist aber seltener. Bodenbeobachtungen und aktuelle DWD-Warnungen liefern letzte Sicherheit. Wenn zusätzlich ein rotierendes Symbol in der Zelle erscheint (Mesozyklone), ist die Wahrscheinlichkeit für Großhagel ab 2 cm nochmals deutlich erhöht.

Was bedeutet das rotierende Symbol im Inneren mancher Zellen?

Das rotierende Spiral-Symbol zeigt eine vom DWD erkannte Mesozyklone an — also einen rotierenden Aufwind im Inneren der Gewitterzelle. Mesozyklonen sind das wichtigste Erkennungsmerkmal für Superzellen und damit für die gefährlichsten Gewittertypen mit Tornado-, Großhagel- und schwerstem Sturm-Potenzial. Die drei Stufen orange (Rotation erkannt), rot (starke Rotation) und violett (extreme Rotation) entsprechen den DWD-Severity-Levels 1–2, 3 und 4–5.

Heißt eine Mesozyklone automatisch Tornado?

Nein — eine Mesozyklone ist ein rotierender Aufwind in der Höhe und nicht zwingend ein Tornado am Boden. Der DWD selbst sagt: „Mesozyklonen können nicht direkt zur Tornado-Erkennung herangezogen werden." Aber: bodennahe Mesozyklonen (Basis < 1 km Höhe) mit hoher Rotationsgeschwindigkeit am Boden gehen über 70 % der signifikanten Tornados in Mitteleuropa voraus. Das Detailpanel zeigt deshalb explizit die Höhe der Rotationsbasis an — sie ist der wichtigste Tornado-Frühindikator.

Was ist eine Superzelle?

Eine Superzelle ist der gefährlichste Gewittertyp: ein einzeln stehendes Gewitter mit persistenter Rotation (Mesozyklone), das stundenlang bestehen kann, sich oft selbst regeneriert und für nahezu alle starken Tornados, Großhagel und verheerende Sturmböen verantwortlich ist. Wenn auf der Karte eine rote oder violette Zelle ein rotierendes Symbol trägt und dieses über mehrere 5-Minuten-Updates bestehen bleibt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Superzelle.

Was bedeutet der Trend „verstärkend / stabil / abschwächend" im Detailpanel?

Das System vergleicht die Rotations-Severity der aktuellen Zelle mit der vorigen 5-Minuten-Aufnahme: verstärkend = Rotation nimmt zu (höchstes Risiko, Zelle reift), stabil = Rotation gleich (reife Superzelle), abschwächend = Rotation lässt nach (Auflösungsphase). Eine sich verstärkende Mesozyklone ist die gefährlichste Phase und das beste Tornado-Frühwarnsignal.

Was bedeutet „bestätigt von 3 Radaren"?

Die DWD-Mesozyklonen-Erkennung läuft auf jedem der 17 Radarstandorte einzeln. Wenn dieselbe Rotation von mehreren Radaren gleichzeitig aus unterschiedlichen Blickwinkeln gesehen wird, ist sie sehr wahrscheinlich echt und kein Mess-Artefakt. Wir zeigen die Anzahl der bestätigenden Radarstandorte als Multi-Radar-Konfidenz an. 3 oder mehr Radare = sehr hohe Verlässlichkeit.

Wie verlässlich ist die Tornado-Risiko-Einstufung?

Sie ist eine Heuristik, keine offizielle DWD-Warnung. Wir kombinieren Severity, Höhe der Rotationsbasis und bodennahe Rotationsgeschwindigkeit nach dem Stand der Forschung. Bei Stufe „akut" (extreme Rotation + Basis < 1 km + Bodengeschwindigkeit ≥ 15 m/s) sollten Sie unbedingt die offiziellen Tornado-Warnungen des DWD prüfen und einen festen Schutzraum aufsuchen. Diese Kombination gilt international als der zuverlässigste Indikator für unmittelbar bevorstehende Tornado-Bildung.

Werden auch nicht-rotierende, aber starke Gewitter erfasst?

Ja, vollständig. KONRAD3D erfasst jede konvektive Zelle ab moderater Stärke — unabhängig davon, ob sie rotiert oder nicht. Die meisten Sommergewitter rotieren nicht, sind aber dennoch oft mit Starkregen, Hagel und Böen gefährlich. Die rotierenden Symbole sind ein zusätzlicher Marker, der nur bei den seltenen, organisierten Superzellen erscheint. Fehlt das Symbol, heißt das nicht, dass die Zelle harmlos ist — es heißt nur, dass sie sich nicht (organisiert) dreht.

Funktioniert die Mesozyklonen-Erkennung auch bei Nacht oder im Winter?

Ja — Doppler-Radar arbeitet 24/7 unabhängig von Tageslicht oder Jahreszeit. Allerdings sind Mesozyklonen-Lagen im Winterhalbjahr selten; die typische Saison reicht in Mitteleuropa von Mai bis September mit Schwerpunkt Juni–August. Im Winter können bei starken Frontdurchgängen vereinzelt sogenannte „Cold Pool"-Mesozyklonen auftreten, die auch Winter-Tornados auslösen können — selten, aber dokumentiert.

Welche Daten zeigt das Detailpanel beim Klick auf eine rotierende Zelle?

Beim Klick öffnen sich zusätzlich zu den Standard-Werten (Schweregrad, Blitzrate, Hagel, Wind, Zugbahn): DWD-Severity-Stufe (1–5), Höhe der Rotationsbasis in km über Grund (Tornado-Indikator), bodennahe Rotationsgeschwindigkeit in m/s, Wirbeldurchmesser in km, vertikale Erstreckung der Rotationssäule, Anzahl bestätigender Radarstandorte, Persistenz in Minuten und der Trend der letzten Frames.